Spenden-Projekt "Sukuta-Wannsee-Schule, Gambia"

Es ist November 2015, die Thermometeranzeige steigt auf über 30 Grad C. Nichts Ungewöhnliches zu dieser Jahreszeit in Gambia. An der Gesamtschule Fischbach bleibt man lieber im Klassenraum oder im Gebäude. Draußen ist es nasskalt und ungemütlich.

An der Sukuta-Wannsee-Schule in Sukuta aber ist der 15. November 2015 ein Tag zum Feiern: Drei neue Klassenräume der Grundschule werden ihrer Bestimmung übergeben.

Die Schule ist aufgeräumt, der Schulhof blitzsauber, kein Papier liegt auf dem Boden, kein Plastikmüll. Kinder rennen aufgeregt hin und her. Stühle werden gebracht, nach und nach entsteht ein großes U vor dem neuen Schultrakt, der sich mit seiner leuchtend gelben Farbe harmonisch in das Schulgelände einpasst.

Auf einem Eselswagen wird eine verstaubte Verstärkeranlage herangekarrt und um 9.30 Uhr begrüßt der Leiter der Oberstufe, Mr.Baldeh die 600 Schülerinnen und Schüler der Grund-und Oberstufe und 50 Jungen und Mädchen der Vorschule. Mit großem Applaus wird Marina Jarra, die Vorsitzende des Berliner Fördervereins Sukuta-Wannsee begrüßt und auch der neue stellvertretende Vorsitzende Alfred Harnischfeger wird herzlich willkommen geheißen.

Und was hat die Gesamtschule Fischbach damit zu tun?

Kurz vor den Sommerferien in 2015 führte die GSF auf Initiative von Frau Keller, Frau Henninger (Vorsitzende des Schulelternbeirats) und der SV einen Sozialtag durch, deren Erlös der Sukuta-Wannsee-Schule in Gambia zu Gute kommen sollte, zu der der damalige Schulleiter Alfred Harnischfeger beste Kontakte hat.

Die Idee: Die Schülerinnen und Schüler der GSF bieten Eltern, Verwandten, Anwohnern und Vereinen kleine Dienste an wie Rasenmähen, Straße kehren, Wege säubern. Als Entgelt geben die so Beschenkten eine Spende für die Schule in Gambia. Die großartige Aktion war ein voller Erfolg, und am Ende des Vormittags konnten Herrn Harnischfeger 4365 Euro, die dieser auf 4.500 Euro aufstockte, übergeben werden. Ja und dieses Geld wanderte nun als Spende nach Afrika. Damit wurde ein neuer Schulraum geschaffen, der nun den Namen ‚Gesamtschule Fischbach‘ trägt.

Wie in Deutschland meist der Herr Pfarrer, spricht in Sukuta der Koranlehrer sein Gebet. Ein christlicher Lehrer der Oberstufe überbringt die Segenswünsche der christlichen Gemeinde.

Der Schulleiter Mr. Sambou zeigt sich glücklich über die Fertigstellung der neuen Klassenräume. In seiner kurzen Ansprache fragt er die Kinder immer wieder: "Are you happy?" Und ein vielstimmiger Chor antwortet: "Yeh!"

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt die Schulgemeinde die Story, wie das Geld an der Gesamtschule Fischbach zusammenkam und sich schließlich auf den stolzen Betrag von 4.500 Euro summierte. "Das ist gelebte Solidarität und ein Beispiel, das weiter Schule machen sollte."

Ja und nun soll dieses Beispiel auch dieses Jahr wieder Schule machen. Frau Keller und Frau Henninger, unterstützt von der Schulleitung, dem Kollegium und der SV planen wieder einen Sozialtag kurz vor den Sommerferien. Bravo!

Als ehemaliger (Interims)Schulleiter bedanke ich mich jetzt schon sehr herzlich für dieses Engagement. Ich werde dafür sorgen, dass auch dieses Mal wieder jeder Euro in ein Projekt der Sukuta-Wannsee-Schule fließen wird. Dieses Mal soll ein Computerraum eingerichtet werden, der die Schülerinnen und Schüler dieser Schule mit der Welt verbindet und damit auch mit der Gesamtschule Fischbach. Über die modernen Medien können dann die beiden Schulen miteinander kommunizieren und, wer weiß, eines Tages reist vielleicht die erste Gruppe Gesamtschüler aus Fischbach nach Afrika, wo es im November 30 Grad C warm ist.

 

Alfred Harnischfeger

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